Pressemitteilung vom 10.06.2008
Bremische Volksbank stellt Vertretern den Jahresabschluss 2007 vor
Am Montag (09. Juni 2008) fand die Vertreterversammlung der Bremischen Volksbank im Parkhotel in Bremen statt. Nach der Eröffnung und Begrüßung durch Lothar Geißler, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, legte Jürgen Burhop, Vorstandsvorsitzender der Bremischen Volksbank, anschließend den Anwesenden die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie den Jahresabschluss per 31. Dezember 2007 dar. „Als insgesamt zufriedenstellend“ bewertete Burhop das Geschäftsjahr 2007. Nach Zahlung der höheren Steueraufwendungen wird mit 1,7 Mio Euro ein leicht geringerer Jahresüberschuss als im Vorjahr ausgewiesen. Die Forderungen an Kunden weisen einen leichten Anstieg aus, die vereinbarten und auch außerordentlichen Tilgungen werden durch das Neugeschäft aufgefangen. Das knappe zur Finanzierung anstehende Volumen bleibt im Wettbewerb weiterhin heiß umkämpft. Das Risiko im Portfolio ist vertretbar und durch Reserven inzwischen deutlich überdeckt. Er führte weiter aus, dass sich die Bilanzsumme um ca. 4,5 Prozent reduziert hat, welche jedoch keine strategische Bedeutung darstellt. Nach seiner Vorausschätzung wird sie sich in 2008 deutlich erhöhen, weil aktuell wieder einige Anlagen im Banken- und Wertpapiermarkt getätigt wurden. Im bilanziellen Einlagenbereich fielen in 2007 die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit 329 Mio. Euro um 18 Mio. Euro höher aus als im Vorjahr, hierfür spielte die gewählte Produkt- und Preisstruktur eine wesentliche Rolle. Zusätzlich steigerte sich im außerbilanziellen Bereich gleichzeitig der Wertpapierbestand um weitere 19 Mio. Euro auf 258 Mio. Euro. “Mit einer Vermittlungssumme in Höhe von 60 Mio. Euro an Fonds gehören wir zu den bedeutenden Vermittlern für die Union Investment“ freute sich Burhop. Der gesamte Wertpapierumsatz in Höhe von 449 Mio Euro stellt ebenfalls einen Spitzenwert dar. Zufrieden ist Burhop auch mit den Vermittlungstätigkeiten der Bank in den übrigen Segmenten. Die an die Teambank vermittelten „EasyCredits“ beliefen sich auf ca. 2,5 Mio €. Der Bestand konnte auf rund sechs Mio. Euro ausgebaut werden. Die Summe der vermittelten Bausparverträge betrug am Jahresende 19 Mio. Euro. Das Lebensversicherungsgeschäft belief sich wie im Vorjahr auf knapp 4 Mio. Euro Vermittlungssumme.Im Vorjahresvergleich haben sich in der Gewinn- und Verlustrechnung der Zinsüberschuss um 2,9 % und der Provisionsüberschuss um 5,6 %erhöht. Die Verwaltungsaufwendungen haben sich leicht erhöht, die Verwaltungskosten inklusive Abschreibungen stiegen um 1,8 %, also unterhalb bzw. in Inflationshöhe. Die Cost-Income-Ratio hat sich auf 88 % verschlechtert, wobei die Eigenkapitalrendite auf 9,8 % verbessert wurde. Beide Relationszahlen weisen eindeutig darauf hin, dass die Ertragslage verbessert werden muss, und zwar sowohl hinsichtlich der Erträge wie auch der Kosten, so der Vorstandsvorsitzende.
Der bisherige Verlauf in 2008 entspricht den Vorjahreswerten, erwartete Verbesserungen insbesondere im Provisionsbereich, auch wegen der Auswirkungen der Abschlagsteuer, stehen jedoch noch aus. Leichte Zuwächse im Kundenkreditgeschäft mit 1,8 % sind vorhanden, im Kundeneinlagengeschäft wurde zu Ende Mai ein über die Erwartungen gehender Zuwachs in Höhe von drei Prozent erreicht und auch die Zinsmarge konnte trotz massivem Wettbewerbsdruck gehalten werden. Das Provisionsgeschäft im Wertpapier und Vermittlungsbereich konnte gegenüber Vorjahr ebenfalls in etwa gehalten werden. Für das Gesamtjahr 2008 wird ein Ergebnis ähnlich 2007 erwartet, damit insgesamt zwar ausreichend, aber nicht zufriedenstellend.
Anschließend ging Burhop auf die aktuelle Lage am Bankenmarkt in Deutschland und Bremen ein. Er verweist zu Beginn anschaulich auf die Fünfjahres-Entwicklung in den Geschäftsstellen. Gezeichnet waren diese durch einen Rückgang der Konditionenmarge um 0,37 Prozentpunkte bei gleichbleibender Provisionsentwicklung im Wertpapiergeschäft und Kundenanzahl. Trotz Kostenreduktion verbleibt eine Ertragslücke, die zum Ausgleich auf heutigem Margenniveau eine deutliche Erhöhung des Geschäftsvolumens erfordert, um das alte absolute Ertragsniveau zu erhalten. Die Gründe für diesen Ergebniseinbruch sind im Wettbewerb bei Termingeldkonditionen, Baufinanzierungsmargen, etc. zu suchen. Erforderliche strukturelle Maßnahmen sollen jedoch ohne Auswirkungen auf den Kundenkontakt erfolgen.
Im folgenden skizzierte Burhop die Auswirkung der Bankenkrise auf die Bremische Volksbank. Rund 30 % der Bilanzsumme werden im Geld- und Wertpapiermarkt investiert. Dabei werden nur Anlageprodukte erworben, deren Struktur verstanden wird und auch eine nachvollziehbare Bewertung aufzeigen. Die Anlagepolitik wird unterstützt durch Analysen der Ratingagenturen sowie einem differenzierten Risikolimitsystem, welches im Zweifel einen Verkauf und Abbau des Risikos bedeutet.
So hatte die Bank bereits seit 2005 Anlagen reduziert und Kursgewinne durch Verkäufe gesichert. Der Restbestand an Wertpapieren wird als sicher angesehen. Vorgenommene Abschreibungen in Höhe von 600 TEUR werden als gering im Verhältnis zu einem Wertpapierbestand von 179 Mio Euro angesehen.
Gemäß Burhop ist man verhalten optimistisch hinsichtlich der weiteren Kursentwicklung und investiert mit Augenmaß neue Mittel im Markt.
Die anwesenden Vertreter genehmigten nach den Ausführungen des Vorstandssprechers den Jahresabschluss sowie die Dividendenausschüttung in Höhe von 4,5 Prozent.
Zur Wiederwahl in den Aufsichtsrat stellten sich erfolgreich die Herren Andreas Albert, Hans-Hermann Kathmann und Matthias Dolle.
Zum Schluss der Veranstaltung hielt Herr Hermann-Josef Knipper, stellvertretender Chefredakteur des Handelsblattes einen Vortrag zum Thema "Finanzmarktkrise – Auswirkungen auf die deutschen Banken und den Mittelstand -“. Knipper zeigte die bittere Realität des Banking auf, wobei mancher Ausweg als Irrweg endete. Die Entstehungsgründe der Immobilienkrise in den USA, als auch die Gefahr eines Abgleitens in die Rezession, wird anschaulich von ihm dargestellt. Von der aktuellen Situation der Weltwirtschaft leitet er gekonnt über zu den Herausforderungen im deutschen Bankenmarkt. Neben der Zersplitterung des Bankenmarktes kämpft auch eine heftige Konkurrenz aus dem Ausland um deutsche Marktanteile. Im Gegenzug sind deutsche Banken im Ausland jedoch nur schlecht vertreten.
Knipper stellt die These auf, dass die Dominanz ausländischer Banken weiter zunehmen wird und die Deutschen Banken noch weiter zurückfallen. Auf nationaler Ebene wird eine Konsolidierung in allen Säulen stattfinden. Jedoch aus Sicht des Mittelstands bedeuten weniger Banken weniger Wettbewerb, so dass die Gefahr der Kreditverteuerung und damit eine Reduzierung der Gewinnmargen entstehen könnte. Innovation und Solidität sind wieder gefragt und eine Renaissance des Hausbankenprinzips ist absehbar. Grundsätzlich gibt es noch Hoffnung, weil die deutsche und europäische Konjunktur so robust ist, man aus den Fehlern lernen kann und das Risikomanagement noch nie so gut war wie heute. Gemäß Knipper ist jedoch entscheidender Grund zur Hoffnung : „…weil die Einsicht wächst, dass die Zeit des Aussitzens vorbei sei. „.
Der Vortrag Knippers wurde von den Vertretern mit viel Beifall belohnt und führte zu angeregten Diskussionen.
Ansprechpartner:
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Vorstandsmitglieder der Bremischen Volksbank eG:
Jürgen Burhop, Hans-Peter Laabs
