Pressemitteilung vom 15.06.2009
Bremische Volksbank stellt Vertretern den Jahresabschluss 2008 vor
Am Montag (15. Juni 2009) fand die Vertreterversammlung der Bremischen Volksbank im Maritim Hotel in Bremen statt. Nach der Eröffnung und Begrüßung durch Lothar Geißler, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, legte Jürgen Burhop, Vorstandsvorsitzender der Bremischen Volksbank, anschließend den Anwesenden die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie den Jahresabschluss per 31. Dezember 2008 dar. „Im Ergebnis sind wir zufrieden, was eine Anzahl von Werten betrifft, unzufrieden sind wir gleichzeitig mit allen von der Finanzkrise abhängigen Werten, sowohl was das direkte Kundengeschäft, wie auch unsere eigenen Finanzanlagen betrifft.“ bewertete Burhop das Geschäftsjahr 2008.
In diesem Zusammenhang erläuterte der Vorstandsvorsitzende insbesondere die Bilanzpositionen, bei denen durch die Finanzmarktkrise besondere Entwicklungen feststellbar waren. Die Bilanzsumme ist um rund 168 Mio. Euro gewachsen. Ursächlich hierfür sind die bewusst ausgeweiteten Forderungen an Kreditinstitute und Schuldverschreibungen, um Ertragschancen über günstige Gegenfinanzierungen bei der EZB zu nutzen. Dies erklärt den starken Anstieg der Verbindlichkeiten gegen Kreditinstitute auf der Passivseite und bewirkt auch einen positiven Beitrag zum Zinsüberschuss. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere sind von 28 auf rund 14 Mio. Euro gesunken, da sowohl Wertpapiere verkauft als auch Abschreibungen auf Kursverluste verzeichnet werden mussten.
Die Finanzkrise hat die Kunden massiv veranlasst Sicherheit zu suchen, dadurch sind die Termineinlagen bei der Volksbank deutlich gesteigert worden. Zahlreiche Neukunden konnten begrüßt werden, die von den als unsicher eingeschätzten Banken kamen, um bei der Bremischen Volksbank einen sicheren Ort für ihr Geld zu finden.
Insgesamt konnte der Zinsüberschuss deutlich erhöht werden und der Provisionsüberschuss konnte ganz knapp gehalten werden. Nach Krisenausbruch wurden deutlich weniger Wertpapiergeschäfte getätigt, mit der Folge von gesunkenen Provisionen, diese negative Entwicklung konnte durch Steigerungen in der Vermittlung von Lebensversicherungen und weiteren Provisionsarten fast vollständig ausgeglichen werden. Der Personal- und auch den Sachaufwand konnte durch sparsame Haushaltsführung um ca. 400 TEUR gesenkt werden. Damit ist der Ertrag aus dem ordentlichen Geschäft oder das Betriebsergebnis deutlich gestiegen.
„Die negative Seite der Medaille Finanzkrise sehen Sie in den gestiegenen Abschreibungen auf Wertpapiere, wobei ein erheblicher Teil dieser Abschreibungen sich in den nächsten Jahren als außerordentlicher Ertrag bei Fälligkeit der Papiere wieder einfinden wird, da wir davon ausgehen das die Schuldner der Wertpapiere dazu bei Fälligkeit in der Lage sind“ so Burhop.
Zusammengefasst liegt damit das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit um 350 TEUR unter dem Vorjahresergebnis, leicht geringere Steuern führen jedoch zu einem fast identischen Jahresüberschuss.
Das laufende Kundengeschäft in 2009 bezeichnet der Vorstandsvorsitzende als ruhig. Umschichtungen in den Geldanlagen werden vorgenommen, teils auch zu anderen Banken, da die Bremische Volksbank „Konditionenexzesse“ von anderen teils staatlich aufgefangen Banken nicht mitmacht, die einer allgemein gebräuchlichen Kalkulation nicht standhalten. Insgesamt wird aber erwartet den Einlagenbestand halten zu können. Im Wertpapiergeschäft werden zumeist mit Garantie versehene Anlagen von den Kunden bevorzugt.
Das Kreditgeschäft verläuft ruhig, die Firmen scheuen zumeist Investitionen und sichern ihre Liquidität, um den Konjunkturabschwung abzufedern. Für das laufende Jahr wird mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet, jedoch ohne eine Wiederholung der Abschreibungen auf Wertpapiere. „Ob es wieder gelingt die Wertberichtigungen auf Kundenforderungen auf nahezu Null zu halten, muss abgewartet werden, der bisherige Jahresverlauf stellt in dieser Hinsicht noch sehr zufrieden. Mit einem Anstieg der Insolvenzen im Rahmen des Wirtschaftsabschwungs muss jedoch gerechnet werden“ äußert der Vorstandssprecher.
Burhop hebt hervor, dass allen bei der Bremischen Volksbank engagierten Kreditnehmern im Rahmen des Notwendigen und Vernünftigen beigestanden wird, und eine Kreditklemme nicht vorhanden sei.
Die anwesenden Vertreter genehmigten nach den Ausführungen des Vorstandsvorsitzenden den Jahresabschluss sowie die Dividendenausschüttung in Höhe von 4,5 Prozent.
Zur Vorbereitung auf die anstehende Vertreterwahl wurde der erforderliche Wahlausschuss von der Vertreterwahl gewählt.
Zur Wiederwahl in den Aufsichtsrat stellten sich erfolgreich die Herren Frank Rodiek, Dr. Siegfried Eden und Dr. Hans-Georg Friedrichs.
Zum Schluss der Veranstaltung hielt Frau Anja Mikus, Geschäftsführerin der Union Investment Privatfonds GmbH einen Vortrag zum Thema: „Finanzmarktkrise – Auf dem Weg zum „neuen“ Gleichgewicht.
Ausgehend von dem Hauspreisverfall in den USA beschreibt sie die globale und nationale Marktentwicklung bis zum aktuellen Stand und gibt eine Einschätzung über die nahe Zukunft anhand von Frühindikatoren und Arbeitsmarktzahlen wieder. „Während in den USA erste Anzeichen einer Konjunkturerholung feststellbar sind, wird der deutsche Arbeitsmarkt tendenziell erst noch einbrechen, die anhaltende Auftragsflaute zwingt die deutsche Industrie weiter zu Produktionskürzungen“ erläutert Frau Mikus die Situation. Die Inflation befindet sich weiter auf dem Rückzug und ein Anstieg der Sparquote der privaten Haushalte ist weiter feststellbar. Nach einem weltweitem negativen Wachstum in 2009 wird für 2010 wieder ein moderates Wachstum bis ca. ein Prozent erwartet.
Am Aktienmarkt ist feststellbar, dass beispielsweise der Deutsche Aktienindex seit seinem Tiefstand im März um fast vierzig Prozent anstieg, so Mikus.
Sehr anschaulich stellt Frau Mikus die weiterhin gültige Bedeutung der „Megatrends“ für die Zukunft dar. Neben der demographischen Herausforderung wird ein stärkeres Wachstum in den Entwicklungsländern erwartet und bedingt durch Rohstoffknappheit sei ein Inflationsanstieg zu erwarten. Der Klimawandel wird eine massive Kosten-belastung für kommende Generationen darstellen. Aus heutiger Sicht definiert sie fünf Trends, die zu einem „neuen“ Gleichgewicht führen werden: Ein niedrigeres Poten-zialwachstum verbunden mit einem stärkeren Gleichlauf der Konjunktur bei kürzeren Wirtschaftszyklen sei zu erwarten. Es wird ebenfalls mehr Staat – mehr Regulierung- geben und neben einer langfristig steigenden Inflation ist mit einer längerfristig höheren Risikoaversion zu rechnen.
Der Vortrag von Frau Mikus wurde von den Vertretern mit viel Beifall belohnt und führte zu angeregten Diskussionen.
In diesem Zusammenhang erläuterte der Vorstandsvorsitzende insbesondere die Bilanzpositionen, bei denen durch die Finanzmarktkrise besondere Entwicklungen feststellbar waren. Die Bilanzsumme ist um rund 168 Mio. Euro gewachsen. Ursächlich hierfür sind die bewusst ausgeweiteten Forderungen an Kreditinstitute und Schuldverschreibungen, um Ertragschancen über günstige Gegenfinanzierungen bei der EZB zu nutzen. Dies erklärt den starken Anstieg der Verbindlichkeiten gegen Kreditinstitute auf der Passivseite und bewirkt auch einen positiven Beitrag zum Zinsüberschuss. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere sind von 28 auf rund 14 Mio. Euro gesunken, da sowohl Wertpapiere verkauft als auch Abschreibungen auf Kursverluste verzeichnet werden mussten.
Die Finanzkrise hat die Kunden massiv veranlasst Sicherheit zu suchen, dadurch sind die Termineinlagen bei der Volksbank deutlich gesteigert worden. Zahlreiche Neukunden konnten begrüßt werden, die von den als unsicher eingeschätzten Banken kamen, um bei der Bremischen Volksbank einen sicheren Ort für ihr Geld zu finden.
Insgesamt konnte der Zinsüberschuss deutlich erhöht werden und der Provisionsüberschuss konnte ganz knapp gehalten werden. Nach Krisenausbruch wurden deutlich weniger Wertpapiergeschäfte getätigt, mit der Folge von gesunkenen Provisionen, diese negative Entwicklung konnte durch Steigerungen in der Vermittlung von Lebensversicherungen und weiteren Provisionsarten fast vollständig ausgeglichen werden. Der Personal- und auch den Sachaufwand konnte durch sparsame Haushaltsführung um ca. 400 TEUR gesenkt werden. Damit ist der Ertrag aus dem ordentlichen Geschäft oder das Betriebsergebnis deutlich gestiegen.
„Die negative Seite der Medaille Finanzkrise sehen Sie in den gestiegenen Abschreibungen auf Wertpapiere, wobei ein erheblicher Teil dieser Abschreibungen sich in den nächsten Jahren als außerordentlicher Ertrag bei Fälligkeit der Papiere wieder einfinden wird, da wir davon ausgehen das die Schuldner der Wertpapiere dazu bei Fälligkeit in der Lage sind“ so Burhop.
Zusammengefasst liegt damit das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit um 350 TEUR unter dem Vorjahresergebnis, leicht geringere Steuern führen jedoch zu einem fast identischen Jahresüberschuss.
Das laufende Kundengeschäft in 2009 bezeichnet der Vorstandsvorsitzende als ruhig. Umschichtungen in den Geldanlagen werden vorgenommen, teils auch zu anderen Banken, da die Bremische Volksbank „Konditionenexzesse“ von anderen teils staatlich aufgefangen Banken nicht mitmacht, die einer allgemein gebräuchlichen Kalkulation nicht standhalten. Insgesamt wird aber erwartet den Einlagenbestand halten zu können. Im Wertpapiergeschäft werden zumeist mit Garantie versehene Anlagen von den Kunden bevorzugt.
Das Kreditgeschäft verläuft ruhig, die Firmen scheuen zumeist Investitionen und sichern ihre Liquidität, um den Konjunkturabschwung abzufedern. Für das laufende Jahr wird mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet, jedoch ohne eine Wiederholung der Abschreibungen auf Wertpapiere. „Ob es wieder gelingt die Wertberichtigungen auf Kundenforderungen auf nahezu Null zu halten, muss abgewartet werden, der bisherige Jahresverlauf stellt in dieser Hinsicht noch sehr zufrieden. Mit einem Anstieg der Insolvenzen im Rahmen des Wirtschaftsabschwungs muss jedoch gerechnet werden“ äußert der Vorstandssprecher.
Burhop hebt hervor, dass allen bei der Bremischen Volksbank engagierten Kreditnehmern im Rahmen des Notwendigen und Vernünftigen beigestanden wird, und eine Kreditklemme nicht vorhanden sei.
Die anwesenden Vertreter genehmigten nach den Ausführungen des Vorstandsvorsitzenden den Jahresabschluss sowie die Dividendenausschüttung in Höhe von 4,5 Prozent.
Zur Vorbereitung auf die anstehende Vertreterwahl wurde der erforderliche Wahlausschuss von der Vertreterwahl gewählt.
Zur Wiederwahl in den Aufsichtsrat stellten sich erfolgreich die Herren Frank Rodiek, Dr. Siegfried Eden und Dr. Hans-Georg Friedrichs.
Zum Schluss der Veranstaltung hielt Frau Anja Mikus, Geschäftsführerin der Union Investment Privatfonds GmbH einen Vortrag zum Thema: „Finanzmarktkrise – Auf dem Weg zum „neuen“ Gleichgewicht.
Ausgehend von dem Hauspreisverfall in den USA beschreibt sie die globale und nationale Marktentwicklung bis zum aktuellen Stand und gibt eine Einschätzung über die nahe Zukunft anhand von Frühindikatoren und Arbeitsmarktzahlen wieder. „Während in den USA erste Anzeichen einer Konjunkturerholung feststellbar sind, wird der deutsche Arbeitsmarkt tendenziell erst noch einbrechen, die anhaltende Auftragsflaute zwingt die deutsche Industrie weiter zu Produktionskürzungen“ erläutert Frau Mikus die Situation. Die Inflation befindet sich weiter auf dem Rückzug und ein Anstieg der Sparquote der privaten Haushalte ist weiter feststellbar. Nach einem weltweitem negativen Wachstum in 2009 wird für 2010 wieder ein moderates Wachstum bis ca. ein Prozent erwartet.
Am Aktienmarkt ist feststellbar, dass beispielsweise der Deutsche Aktienindex seit seinem Tiefstand im März um fast vierzig Prozent anstieg, so Mikus.
Sehr anschaulich stellt Frau Mikus die weiterhin gültige Bedeutung der „Megatrends“ für die Zukunft dar. Neben der demographischen Herausforderung wird ein stärkeres Wachstum in den Entwicklungsländern erwartet und bedingt durch Rohstoffknappheit sei ein Inflationsanstieg zu erwarten. Der Klimawandel wird eine massive Kosten-belastung für kommende Generationen darstellen. Aus heutiger Sicht definiert sie fünf Trends, die zu einem „neuen“ Gleichgewicht führen werden: Ein niedrigeres Poten-zialwachstum verbunden mit einem stärkeren Gleichlauf der Konjunktur bei kürzeren Wirtschaftszyklen sei zu erwarten. Es wird ebenfalls mehr Staat – mehr Regulierung- geben und neben einer langfristig steigenden Inflation ist mit einer längerfristig höheren Risikoaversion zu rechnen.
Der Vortrag von Frau Mikus wurde von den Vertretern mit viel Beifall belohnt und führte zu angeregten Diskussionen.
